Wie lese ich ein „Kompetenz-Radar“?

Im Verlauf einer Kompetenz-Erfassung geben die Mobilitätsteilnehmer/-innen vor und zum Abschluss eines Auslandspraktikums an, wie sie selbst den Stand und die Entwicklung ihres persönlichen Kompetenzprofils einschätzen. Dieses Kompetenzprofil wird in der KOMPASS-Datenbank in Form von zwei „Kompetenz-Radars“ dargestellt, die jeweils sechs Kompetenzkategorien umfassen.

Der KOMPASS-Kompetenzkarte entsprechend, verläuft diese Kompetenzerfassung anhand der vier Bereiche: Fremdsprachliche Fähigkeiten, beruffachliche Fähigkeien, soziale und personale Kompetenz.

Hierbei können die Mobilitätsteilnehmer/-innen in einer Skala von 0 – 6 bewerten, zu welchem Grad die Aussagen der verschiedenen „Kann-Beschreibungen“ auf sie zutreffen.

Bewertung

Wissen/Erfahrung

0

Das weiß ich nicht, das habe ich noch nie ausprobiert.

1

Das habe ich gelernt, aber noch nie ausprobiert.

2

Das habe ich schon einmal gemacht, darin habe ich ein wenig Erfahrung

3

Das habe ich gelernt, aber erst wenig Erfahrung gesammelt

4

Das kann ich ganz gut, darin habe ich einige Erfahrung

5

Das kann ich gut, darin habe ich viel Erfahrung

6

Das ist mein Spezialgebiet, darin habe ich umfassende Erfahrungen

Aus den abgegebenen Bewertungen, errechnet die KOMPASS-Datenbank für jede Kompetenz-Kategorie einen Mittelwert, der in dem betreffenden „Kompetenz-Radar“ als Linie dargestellt wird. Die „Kompetenz-Radars“ erlauben also zunächst einen Überblick, in welchen Bereichen die Mobilitätsteilnehmer/-innen ihre Stärken und Schwächen sehen. Sie spiegeln jedoch noch nicht das tatsächliche Kompetenz-Niveau: Manche Mobilitätsteilnehmer/-innen neigen dazu, ihre eigenen Fähigkeiten geringer zu bewerten als eigentlich vorhanden. Andere stellen sie besser dar, um ihre Chancen auf einen Praktikumsplatz nicht zu gefährden.

Daher sollte diese Selbsteinschätzung im Verlauf eines Beratungs- oder Auswahlgesprächs konkretisiert, ergänzt oder gegebenenfalls korrigiert werden. Da es im KOMPASS-Verfahren darum geht, Kompetenzgewinne sichtbar zu machen, sollte das vor dem Auslandsaufenthalt erstellte Kompetenzprofil möglichst realistisch ausfallen: Bei einer zu hohen Ausgangsbewertung werden erzielte Kompetenzgewinne ansonsten kaum deutlich.

Die Bewertung der „Kann-Beschreibungen“ im Rahmen der zweiten, zum Abschluss des Auslandsaufenthaltes durchgeführten Kompetenz-Erfassung, sollte aufgrund der im Ausland gewonnenen Erfahrungen höher ausfallen. Deren Ergebnisse werden in den „Kompetenz-Radars“ als zweite Linie sichtbar, die idealerweise über der ersten Linie liegen sollte, so dass der individuelle Zugewinn an Kompetenz in den unterschiedlichen Kompetenz-Kategorien sichtbar wird. Da diese Darstellung aber keine Rückschlüsse erlaubt, in welchem Kontext diese Kompetenzgewinne erzielt wurden, sollte dies um die Beschreibung der Lernleistungen im E-portfolio ergänzt werden.

Die Zuordnung dieser Lernleistungen zu den Niveaustufen der KOMPASS-Kompetenzkarte ist abhängig vom Format der Kompetenz-Erfassung:

Eine Auswahl aller in der KOMPASS-Kompetenzkarte enthaltenen „Kann-Beschreibung“ ermöglicht eine Einschätzung des Kompetenzniveaus von Bewerber/-innen, deren Ausgangsniveau oder Berufserfahrungen nicht genau bekannt sind. Auf Grundlage der in der Kompetenzerfassung gewonnenen Ergebnisse können dann niveaubezogen Lernzielsetzungen abgesprochen und die abschließende Kompetenzerfassung konkretisiert werden.

Eine zielgruppen- oder berufsbezogene Spezialisierung der Kompetenz-Erfassung (Reduktion der Niveaustufen, Ergänzung um berufsfeldbezogene „Kann-Beschreibungen“) erleichtert die Zuordnung der Ergebnisse zu den Niveaustufen der KOMPASS-Kompetenzkarte.

Ob Mobilitätsteilnehmer/-innen damit über das für eine abschlussbezogene Bewertung der Lernleistungen erforderliche Kompetenzniveau verfügen, muss zwischen Teilnehmer/-innen, aufnehmenden und entsendenden Einrichtungen in einem vertiefenden Dialogprozess abgestimmt werden.

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